Kirchenburgmuseum Mönchsondheim

Museum – Kirche – Dorf

Vortrag „Dorfarchäologie als Forschungsaufgabe - nicht nur in Bayern“

Archäologie für alle: Vortrag am Freitag, 29. März 2019, von 19.30 Uhr, begleitend zur Sonderausstellung "Ausgegraben - Das Projekt Dorfarchäologie Mönchsondheim"

Zu einem Vortrag mit dem Titel „Dorfarchäologie als Forschungsaufgabe - nicht nur in Bayern“ lädt das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim am Freitag, 29. März, um 19.30 Uhr ins historische Rathaus in Iphofen ein. Referent ist Professor Dr. Bernd Päffgen von der Uni München. Er hat die Auswertung der archäologischen Funde in Mönchsondheim und die derzeitige Sonderausstellung „Ausgegraben – Das Projekt Dorfarchäologie Mönchsondheim“ maßgeblich initiiert. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

In der archäologischen Forschung des Mittelalters stellt die Frage nach der Entstehung und Entwicklung der bis heute bestehenden Dörfer und Weiler bislang kaum ein Thema dar, dem viel Beachtung geschenkt wird. In den Dörfern gibt es nämlich kaum Ausgrabungen, die hier weiter führen könnten. Hier wird oft einfach nur das Kartenbild des frühen 19. Jahrhunderts versuchsweise in das Mittelalter rückdatiert. Ganz anders sieht das Bild in der Stadt aus. Hier haben innerstädtische Baumaßnahmen zu vielen Grabungen geführt, die neue Erkenntnisse brachten. Dies verzerrt die historische Realität. Im Mittelalter lebten vielleicht fünf Prozent der Bevölkerung in der Stadt. Die meisten Menschen lebten auf dem Land. Über sie weiß man bislang nur wenig. Umso wichtiger sind die Mitte der 1990er Jahre vom  Museum Mönchsondheim begonnenen Forschungen zur ländlichen Kultur und Alltagswelt. Die jetzt nach der Winterpause erfolgreich verlängerte Sonderausstellung „Ausgegraben – Das Projekt Dorfarchäologie Mönchsondheim“ beleuchtet die dortigen Grabungen, die jetzt wissenschaftlich ausgewertet werden.

Der Referent stellt die Ergebnisse der Ausgrabungen in Mönchsondheim in einen vergleichenden Rahmen und betont, dass  diese in Bayern im Grunde einzigartig sind. Referent Professor Bernd Päffgen geht auf Vergleichsprojekte  zur Dorfarchäologie ein, die es auch außerhalb Bayerns gibt. In den Braunkohletagebaugebieten im Rheinland, in Brandenburg und in Sachsen wurden zur Stromgewinnung ganze Dörfer umgesiedelt. Dabei wurden die Ortslagen und ihr Umfeld im Zuge ihrer Umsiedlung archäologisch untersucht. Beim Bau des noch nicht eröffneten Flughafens Berlin Brandenburg wurde ebenfalls ein ganzes Dorf umgesiedelt; begleitend führten Archäologen ab 2004 eine zweijährige Erforschung der 14 Hektar großen Fläche in und um das Dorf Diepensee durch.    

Prof. Dr. Bernd Päffgen lehrt und forscht seit 2005 an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Historicum, dem Zentrum für Geschichte und Archäologie.  Er ist Vorsitzender der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V., zu der fast 3000 Mitglieder gehören.

Die Sonderausstellung „Ausgegraben – Das Projekt Dorfarchäologie Mönchsondheim“ ist im Kirchenburgmuseum Mönchsondheim noch bis zum 22. April zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 18 Uhr.

 

 

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